Teamphasen nach Tuckman Phasenmodell - Performing

Tuckman Phasen der Teamentwicklung – Teil 5/7

𝗘𝗶𝗻𝗲𝗿 𝘀𝗰𝗵𝘄𝗲𝗻𝗸𝘁 𝗮𝗯. 𝟰𝟵 𝗳𝗼𝗹𝗴𝗲𝗻. 𝗞𝗲𝗶𝗻 𝗪𝗼𝗿𝘁.
Das ist Performing. Und es ist das Schönste, was du in einem Team erleben kannst – ob auf der Koppel oder im Büro.

🐴 𝗪𝗲𝗻𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗛𝗲𝗿𝗱𝗲 𝗳𝗹𝗶𝗲ß𝘁

Jedes Frühjahr, wenn die Weiden zum ersten Mal aufgehen, passiert etwas Magisches. Die Pferde wissen es, bevor es passiert. Sie werden aufmerksam, fast gleichzeitig. Es geht durch die Herde wie eine Welle – keiner hat etwas gesagt, aber alle wissen: Gleich ist es soweit.

Und dann öffnet sich das Tor.

50 Pferde setzen sich in Bewegung. Nicht als Chaos, nicht als Gedrängel. Als 𝗢𝗿𝗴𝗮𝗻𝗶𝘀𝗺𝘂𝘀. Einer macht einen leichten Schwenk – und alle folgen exakt denselben Pfad. Für uns völlig unsichtbar, was den Ausschlag gab. Für sie: glasklar.

Das ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis von allem, was vorher passiert ist. Forming, Storming, Norming – alles hat hierhin geführt.

𝗨𝗻𝗱 𝗶𝗺 𝗔𝗹𝗹𝘁𝗮𝗴?

Sie kennen den Tagesrhythmus besser als jede Uhr. Kurz bevor die Raufen aufgehen, stehen sie bereit. Wenn die Weide für den Tag schließt, reicht ein einziger Pfiff – und sie kommen. Freiwillig.

Einer wacht, während die anderen schlafen. Nicht weil er muss. Weil er weiß, dass die anderen es für ihn tun werden.

Und wenn Pferde gemeinsam etwas Intensives erlebt haben – einen langen Ausritt, eine Fahrt im Hänger – dann stehen sie danach noch enger zusammen. Geteilte Erfahrung schafft Verbindung, die kein Teambuilding-Event am Reißbrett erzeugen kann.

Erinnerst du dich an das Foto der schlafenden Pferde aus meinem ersten Post? 𝗗𝗮𝘀 𝗶𝘀𝘁 𝗣𝗲𝗿𝗳𝗼𝗿𝗺𝗶𝗻𝗴. Absolutes Vertrauen. Sich fallen lassen, weil du weißt: Jemand passt auf.

👉🏻 𝗕𝘂𝘀𝗶𝗻𝗲𝘀𝘀-𝗧𝗿𝗮𝗻𝘀𝗳𝗲𝗿:

🔸 𝗣𝗲𝗿𝗳𝗼𝗿𝗺𝗶𝗻𝗴 𝗲𝗿𝗸𝗲𝗻𝗻𝘀𝘁 𝗱𝘂 𝗮𝗺 𝗦𝗰𝗵𝘄𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻. Nicht am Schweigen aus Resignation – am Schweigen aus Verständnis. Das Team antizipiert. Einer fängt an, der andere macht weiter. Ohne Briefing, ohne Abstimmungsmeeting.

🔸 𝗗𝗶𝗲 𝗙ü𝗵𝗿𝘂𝗻𝗴𝘀𝗸𝗿𝗮𝗳𝘁 𝘄𝗶𝗿𝗱 𝗳𝗮𝘀𝘁 𝘂𝗻𝘀𝗶𝗰𝗵𝘁𝗯𝗮𝗿. Und genau das verunsichert viele. „Werde ich noch gebraucht?“ Ja – aber anders. Nicht als Steuermann, sondern als der, der den Raum hält. Wie das Pferd, das wacht, während die anderen schlafen.

🔸 𝗚𝗲𝘁𝗲𝗶𝗹𝘁𝗲 𝗘𝗿𝗳𝗮𝗵𝗿𝘂𝗻𝗴 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝗞𝗹𝗲𝗯𝘀𝘁𝗼𝗳𝗳. Nicht der Kickertisch. Nicht das Sommerfest. Sondern gemeinsam etwas Schwieriges durchgestanden zu haben. Die Pferde, die zusammen im Hänger standen, stehen danach enger zusammen. Teams, die gemeinsam eine Krise gemeistert haben, auch.

𝗗𝗶𝗲 𝘂𝗻𝗯𝗲𝗾𝘂𝗲𝗺𝗲 𝗪𝗮𝗵𝗿𝗵𝗲𝗶𝘁: Performing kann man nicht abkürzen. Man kann es nicht verordnen und nicht erzwingen. Es ist das Ergebnis von allem, was davor kam – das ehrliche Beschnuppern, der Staub, die stillen Regeln.

Und genau deshalb lohnt es sich, keine Phase zu überspringen.

Hast du schon einmal in einem echten Performing-Team gearbeitet? Wie hat es sich angefühlt – und was hat es zerstört?

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